Kloster Uetersen
benachbarte Städte sind Pinneberg und Elmshorn, nördlich von Hamburg
Das einstige Zisterzienserinnenkloster
und spätere Adelige Damenstift Uetersen in Holstein
Text und Fotos - wenn nicht anders vermerkt - von Elsa Plath-Langheinrich
Der neue Klosterführer ist da!
Er kostet 3,90 E, ist 32 Seiten stark, Vierfarbdruck.
Erhältlich im Uetersener Buchhandel
oder bei der Autorin, dann aber leider zuzüglich Versandkosten. Tel. 04122/2471.
 
zum Seitenanfang
Anschrift: Adeliges Kloster Uetersen,
Klosterprobst Hubertus Graf von Luckner
Klosterhof 1 , 25436 Uetersen
Zurück zur Auswahl       
Aktuelles:
Kloster Uetersen beging im Jahre 2009 sein 775-Jahre-Jubiläum, und zu diesem Fest erhielt das Kloster eine neue Rose. Daran erinnernd, dass Kloster Uetersen für den jungen Dichter aus Frankfurt eine wichtige Adresse war, erhielt diese Neuzüchtung den Namen Johann Wolfgang von Goethe.
Vom holsteinischen Edelmann Heinrich von Barmstede am äußersten Ende der bebaubaren Geest um das Jahr 1235 gegründet, gedieh das Zisterzienserinnenkloster Uetersen zum geistlichen und geistigen Zentrum der Region, und davon ausgehend als Platz für Handel, Wirtschaft und Kultur zur Wiege der heutigen Stadt.

Durch Brand und Sturmflut Anfang des 15. Jahrhunderts in Existenznot gebracht, erfuhr das Kloster mannigfache Hilfe und Beistand und gewann sehr bald seinen alten Glanz zurück.

Mit Einführung der Reformation, die König Christian III. von Dänemark als Herzog von Schleswig und Holstein durchsetzte, wurden die vier bedeutendsten Nonnenklöster des Landes, nämlich Itzehoe, Preetz, Schleswig und Uetersen auf Betreiben der Ritterschaft zu Adeligen Damenstiften umgewandelt. Auch in Uetersen brachten die unverheirateten Töchter des eingesessenen Adels fortan ihr Leben zu während jener Jahrhunderte, in denen es den Frauen verwehrt war, sich durch einen Beruf eine eigene Existenz aufzubauen. In jenen Zeiten, als die gesellschaftliche Stellung der Frau von dem Stand des Vaters oder Ehemannes abhing, verlieh der Titel 'Stiftsdame' der unverheirateten Frau Unabhängigkeit und Ansehen. Wozu auch die Stiftstracht beitrug, die den Damen verordnet wurde: "Schwarz und Türkischgrün, zu tragen ohne Edelstein."

Seit der Reformation nun nicht mehr Nonnen, sondern Konventualinnen genannt, durften die Damen im Falle der Heirat das Kloster selbstverständlich verlassen, viele von ihnen waren für die Zeit ihres Brautstandes hier gut und sicher aufgehoben, mit dem Tage ihrer Hochzeit wurde ihr Platz für die nächste Anwärterin frei.

Das mittelalterliche Klosterquadrum, in dem die Stiftsdamen wie vorher die Nonnen ihre Wohnungen hatten, bestand fort bis zum Jahre 1657, als der im Anschluß an den 30jährigen Krieg tobende Schwedisch-Dänische Krieg ganz Uetersen heimsuchte, das Kloster nicht verschonte und das Osthaus des Quadrums zu Fall brachte. Als die alte Klosterkirche im März des Jahres 1748 wegen Baufälligkeit und auch, weil sie der wachsenden Gemeinde zu wenig Platz bot, abgerissen wurde, blieb der an ihr entlanglaufende Kreuzgang stehen. Zusammen mit dem Westhaus wurde er dann 1813 entfernt..

Im Gefolge der durch Beseitigung der alten Gebäude bedingten Wohnungsnot der Stiftsdamen entstanden sog. Konventualinnenhäuser. Über das Gelände verteilt, finden sich noch vier dieser schmucken kleinen Wohngebäude.

Zur Zeit des Sturm und Drang wurde Kloster Uetersen zur wichtigen Adresse für die deutsche Literatur: hier war Goethes Gustgen zu Hause, Augusta Louise Gräfin zu Stolberg-Stolberg, die Empfängerin der bedeutendsten,
der aufregendsten Jugendbriefe Johann Wolfgang Goethes.

Das Adelige Kloster ist bis zum heutigen Tage eine selbständige Stiftung. Dem entgegen früherer Zeit sehr verkleinerten Konvent gehören zur Zeit sieben Damen und eine Priörin an. Keine von ihnen nimmt ihr Wohnrecht wahr, verstreut über ganz Deutschland gehen sie bürgerlichen Berufen nach. Sämtliche noch vorhandenen Wohnungen sind privat vermietet.

Daß in Holstein die Klostervorsteherin Priörin und nicht Priorin genannt wird, hängt damit zusammen, daß die
sog. Zwillingslande seit 1460 in Personalunion mit dem Königreich Dänemark verbunden waren und die dänische Sprache das "e" als Dehnungsvokal gebraucht. In Deutschland hingegen formt es das "o" zum Umlaut, und, des Französischen kundig, setzte manche Dame ihre Unterschrift sogar als Prieurin.

Im Schatten der 1748/49 damals neu erbauten spätbarocken Klosterkirche, die einen Kanzel-Orgel-Altar aufweist und deren Plafond mit einem im Jahre 2010 restaurierten Frescogemälde des ital. Malers Giovanni Battista Innocenco Colombo (1717-1793) geschmückt ist, gruppieren sich in gepflegter Parkanlage malerisch die alten Klostergebäude. Sie stehen alle unter Denkmalschutz:

Das aus dem Mittelalter herkommende Südhaus des einstigen Klosterquadrums, in dem der Kreuzgang noch vorhanden, aber nur zu einem kleinen Teil begehbar ist; die 1734 erbaute und bis zum heutigen Tage vom Amtsinhaber bewohnte Residenz des Klosterprobsten;
die im 17. und 18. Jahrhundert errichteten Konventualinnenhäuser - im Hause Klosterhof Nr. 7 wohnte von 1770 bis 1783 Goethes Gustgen -; unter uralten Bäumen im einstigen Park der Priörin präsentiert sich, einziges seiner Art im Land, das Teehaus; entlang. am historischen Burggraben führt die Gustchen-Stolberg-Promenade zum im Jahre 1818 errichteten Vorwerk; ganz versteckt am südlichen Ende der Klosteranlage befindet sich, Praebendenhaus genannt, das vom Kloster für Arme und Bedürftige gestiftete Altersheim.
Und das älteste Haus Uetersens ist, mit Wirtschaftshof und Scheune, das 1664 damals neu erbaute Priörinnenhaus, in welchem, in ununterbrochener Folge bis zum Jahre 1968, die Uetersener Priörinnen Amtssitz und Wohnung hatten. Heutzutage wird das Haus als Restaurant genutzt. Die dahinter befindliche Scheune wurde im Herbst des Jahres 2006 in ehrenamtlicher Arbeit hergerichtet zu kultureller Nutzung.
Und auf dem Klosterfriedhof, zu dem der einstige Klausurgarten geworden ist, wissen die uralten Grabsteine der in Uetersen verstorbenen Konventualinnen und Klosterpröbste manche Geschichte zu erzählen aus alter Zeit.

Die Rose wegen ihrer sich fest übereinander schließenden Blütenblätter zum Symbol des Geheimnisses und der Verschwiegenheit deutend, erkoren sich die Zisterzienser des Mittelalters die Rose zur heiligen Blume und weihten sie der Gottesmutter Maria. An diese Tradition erinnernd, wurden Wege und Plätze des Parks mit Rosen bepflanzt. Neben alten englischen Sorten finden sich auch die beiden von der in Uetersen ansässigen Firma RosenWelt Tantau gezüchteten und dem Kloster gewidmeten beiden Rosen: 'Augusta Luise' und 'Uetersener Klosterrose', beide mit betörendem Duft.







Historie des Klosters:
Die in eine kleine Spielszene eingebettete „Taufzeremonie“ am 4. Juli vor dem Teehaus im Klosterpark besorgten vier junge Mädchen, gekleidet als Uetersener Stiftsdamen des 18. Jahrhunderts. Eine derselben stellte Gustchen Stolberg dar, und, wie das Foto zeigt: auch Herr Goethe war anwesend. Natürlich in Werther-Tracht.
 
1. Start / Aktuelles
2. Historie des Klosters
3. Gang durch die Klosterkirche (neu)
4. Vorstellung des Klosters mit Fotos, Grafiken und Text
5. Literatur
6. unterstützende Vereine